Englisch & Sport am Gymnasium ... und ein bisschen Tango

Noten im Sport

Vor kur­zem kri­ti­sier­te mich eine Mut­ter mal wie­der hef­tig dafür, dass es in mei­nem Sport­un­ter­richt auch schlech­te Noten gibt. Ihrer Mei­nung nach soll­te im Sport die schlech­tes­te Note 3 sein, alles ande­re wür­de die Kin­der „demo­ti­vie­ren“ und ihnen den Spaß am Sport ver­der­ben. Obwohl die­se Mei­nung bei vie­len Schü­lern, Eltern und (lei­der auch) Leh­rern ver­brei­tet ist, hal­te ich sie für falsch.

Das The­ma „Noten im Sport“ ist natür­lich viel zu kom­plex um in einem kur­zen Blog­ein­trag ange­mes­sen behan­delt zu wer­den. Ich möch­te mich des­halb nur mit einem ein­zi­gen Aspekt beschäf­ti­gen, näm­lich dem Zusam­men­hang zwi­schen Noten und (De)Motivation. Es geht also im Fol­gen­den NICHT z.B. um „sub­jek­ti­ve“ vs. objek­ti­ve Beno­tung und die Fra­ge, wel­che davon im Sport domi­nie­ren soll­te oder die Fra­ge, ob Sport über­haupt beno­tet wer­den soll­te. Es geht auch nicht um all­ge­mei­ne Erzie­hungs­fra­gen wie „Soll­te man Kin­der vor Anstren­gung und Ent­täu­schung bewah­ren?“, „Wer­den schulische/sportliche Leis­tun­gen auto­ma­tisch bes­ser, wenn ich ein Kind nur oft genug lobe?“ usw.

Bevor man über Noten dis­ku­tiert, muss man erst­mal klar­stel­len, wel­che Art von Noten man über­haupt meint. Im Fol­gen­den schrei­be ich aus­schließ­lich über EIN­ZEL­no­ten, also nicht über ZEUG­NIS­no­ten. Die Zeug­nis­no­te gibt zwar im Nor­mal­fall den Durch­schnitt der Ein­zel­no­ten wie­der, muss es aber nicht. Gott­sei­dank haben wir (in Bay­ern) die Mög­lich­keit bei der Noten­bil­dung auch noch ande­re Fak­to­ren wie Mit­ar­beit bzw. Leis­tungs­be­reit­schaft und kör­per­li­che Vor­aus­set­zun­gen und Kon­sti­tu­ti­on zu berück­sich­ti­gen. Solan­ge sich ein Schü­ler im Rah­men sei­ner (noch so beschränk­ten) Mög­lich­kei­ten bemüht, bekommt er bei mir im Zeug­nis die Note 4, auch wenn sei­ne objek­ti­ven Leis­tun­gen eigent­lich schlech­ter waren.

Anders ver­fah­re ich bei Schü­lern, die z.B. extre­me moto­ri­sche Defi­zi­te haben und des­halb gar nicht mehr rich­tig am Sport­un­ter­richt teil­neh­men kön­nen, weil sie selbst nach meh­re­ren Stun­den z.B. den Bad­min­ton-Ball bei der Auf­ga­be nicht tref­fen. Nach Rück­spra­che mit den Eltern bzw. dem zustän­di­gen (Kinder-)Arzt befreie ich die­se Kin­der meis­tens völ­lig von der Beno­tung.

Zurück zur Behaup­tung „Schlech­te­re Noten im Sport als 3 demo­ti­vie­ren die Schü­ler.“ Eine logi­sche Kon­se­quenz die­ser Theo­rie ist, dass man eigent­lich über­haupt kei­ne objek­ti­ven Leis­tun­gen mehr ver­lan­gen soll­te. Aus mei­nen Leicht­ath­le­tik (doc) und Lie­ge­stütz (doc) Tabel­len geht ganz klar her­vor, wer wel­che Note für wel­che Leis­tung bekommt. Was mache ich jetzt mit Schü­lern, die z.B. auf 1.000 Meter über 6 Minu­ten brau­chen oder nicht mal zwei kor­rek­te Lie­ge­stüt­ze zusam­men­brin­gen? Soll der auch eine 3 bekom­men, obwohl sei­ne „Leis­tung“ laut Tabel­le ganz klar „unge­nü­gend“ ist? Sol­len nur noch die lau­fen, die wol­len oder, noch bes­ser, soll über­haupt nie­mand mehr 1.000 Meter auf Zeit lau­fen bzw. Lie­ge­stüt­ze machen müs­sen?

Bizarr fin­de ich an der For­de­rung nach aus­schließ­lich guten Noten im Sport, dass deren Ver­fech­ter offen­sicht­lich ganz ernst­haft glau­ben, dass sich die Schü­ler über die­se Noten freu­en wür­den. Mei­ner Mei­nung nach trifft genau das Gegen­teil zu. Nur weil ein Kind irgend­ei­ne Note bekommt, bedeu­tet das ja nicht auto­ma­tisch, dass es sich nicht mehr mit sei­nen Mit­schü­lern ver­gleicht. Es weiß ganz genau, dass es eben nicht „befrie­di­gend“ ist, wenn es im Vol­ley­ball kaum einen Ball trifft, auf 1.000 Meter drei Minu­ten län­ger braucht als die meis­ten ande­ren und nach drei Lie­ge­stüt­zen zusam­men­bricht.

Selbst wenn die Stra­te­gie der Kuschel­no­ten in der Schu­le funk­tio­nie­ren wür­de, wür­de das „wah­re Leben“ außer­halb der Schu­le die Maß­stä­be schnell zurecht­rü­cken. Gott­sei­dank trei­ben doch noch vie­le Kin­der und Jugend­li­che außer­halb der Schu­le Sport. Beim Kicken mit Gleich­alt­ri­gen wird dann sehr schnell deut­lich, dass die 3 in der Schu­le abso­lut wert­los ist, wenn man von den ande­ren stän­dig nur als „Fla­sche“ titu­liert wird und immer als letz­ter gewählt wird bzw. gar nicht erst mit­spie­len darf. Erst vor kur­zem hat mich ein Ver­eins­trai­ner gefragt, war­um die Kin­der im Schul­sport immer bes­se­re Noten bekom­men, obwohl sie in Wahr­heit immer schlech­ter wer­den. Als ich ihm von dem gan­zen Moti­va­ti­ons­quatsch erzählt habe, hat er nur noch den Kopf geschüt­telt.

Die Fit­ness der Kin­der und Jugend­li­chen in Deutsch­land lässt immer mehr nach. Sie ist nach einer Stu­die der AOK, des Deut­schen Olym­pi­schen Sport­bun­des (DOSB) und des Wis­sen­schaft­li­chen Insti­tuts der Ärz­te Deutsch­lands (WIAD) seit 2001 deut­lich mess­bar zurück­ge­gan­gen. Die Stu­die, an der mitt­ler­wei­le 800.000 Schü­le­rin­nen und Schü­ler teil­ge­nom­men haben, stellt außer­dem fest: Die Kluft zwi­schen den Kin­dern und Jugend­li­chen, die fit sind, und ihren unsport­li­chen Alters­ge­nos­sen wird immer grö­ßer. Der Schul­sport könn­te hier zu ent­schei­den­den Ver­bes­se­run­gen füh­ren. (Quel­le)

Wenn man Eltern fragt, wie der Schul­sport ihrer Mei­nung nach sol­che „ent­schei­den­den Ver­bes­se­run­gen“ bei über­ge­wich­ti­gen und bewe­gungs­fau­len Kin­dern und Jugend­li­chen errei­chen kön­ne, hört man meis­tens, dass der Leh­rer halt „infor­mie­ren und moti­vie­ren“ müs­se. Auf den Hin­weis, dass sie als Eltern das doch wohl offen­bar ohne Erfolg auch schon in gro­ßem Umfang ver­sucht hät­ten, erfolgt meis­tens das Ein­ge­ständ­nis, dass alle Bemü­hun­gen bei ihrem Kind lei­der nichts gefruch­tet hät­ten.

Füh­ren Infor­ma­ti­on und Moti­va­ti­on denn bei Erwach­se­nen dazu, dass sie sich gesün­der ernäh­ren, mehr bewe­gen und das Rau­chen auf­hö­ren? Zahl­lo­se Stu­di­en bele­gen, dass all die schö­nen Appel­le und Kam­pa­gnen ver­puf­fen und die meis­ten Leu­te erst etwas ändern, wenn sie beim Trep­pen­stei­gen zu schnau­fen anfan­gen bzw. der Arzt ihnen ein­dring­lich ins Gewis­sen redet. War­um soll bei Kin­dern und Jugend­li­chen etwas funk­tio­nie­ren, was bei ein­sich­ti­gen Erwach­se­nen auch nicht klappt?

Indem Eltern, in dem Glau­ben ihren Kin­dern etwas Gutes zu tun, inter­ve­nie­ren und den Sport­leh­rer unter Druck set­zen (Zitat: „Sie schei­nen wohl nicht der Mei­nung zu sein, dass Ihre Auf­ga­be als Leh­rer in ers­ter Linie die Moti­va­ti­on und För­de­rung der Kin­der im Sport sein soll­te, son­dern set­zen eher auf Frus­tra­ti­on und Bla­ma­ge“) ver­hin­dern sie, dass ihre Kin­der das gei­le, par­don, groß­ar­ti­ge Gefühl erle­ben, durch eige­nen Anstren­gung etwas geschafft zu haben. Heu­te weiß man, dass die­ses Hoch­ge­fühl (das durch das kör­per­ei­ge­ne Beloh­nungs­sys­tem und die Hor­mo­ne Dopa­min, Adre­na­lin und Sero­to­nin ver­ur­sacht wird) der ent­schei­den­de Antrieb für wei­te­res Sport­trei­ben ist. Aus zahl­lo­sen Stu­di­en weiß man inzwi­schen, dass Ver­nunft und Ein­sicht („Ich bin zu dick und muss was für mei­nen Kreis­lauf tun“) auf Dau­er eben NICHT aus­rei­chen um sich regel­mä­ßig zu bewe­gen und sich ange­mes­sen anzu­stren­gen. Indem Eltern mit aller Macht ver­hin­dern wol­len, dass ihre Kin­der an einer Her­aus­for­de­rung zunächst ein­mal schei­tern und danach regel­mä­ßig üben müs­sen (gera­de bei Untrai­nier­ten sind bei regel­mä­ßi­gem Trai­ning die Fort­schrit­te und Erfolgs­er­leb­nis­se am Anfang am größ­ten!) um bes­ser zu wer­den, neh­men sie ihnen die ent­schei­den­de Erfah­rung, die sie zu wei­te­rem (bzw. lebens­lan­gem) Sport­trei­ben moti­vie­ren könn­te.

Absurd fin­de ich auch die Behaup­tung, dass nur gute Noten Schü­ler moti­vie­ren sich (mehr) anzu­stren­gen. In fast allen ande­ren Fächern bil­ligt man schlech­ten Noten eine „extrinsisch“ moti­vie­ren­de Wir­kung zu: „Lern mehr bzw. streng dich mehr an, dann wer­den dei­ne Noten auch bes­ser.“ Aus­ge­rech­net für Sport, wo der Zusam­men­hang zwi­schen Üben und Leis­tungs­ver­bes­se­rung so evi­dent ist, soll das nicht gel­ten. War­um?

Betrach­ten wir die Wir­kung von guten Noten mal aus der Sicht eines unsport­li­chen, bewe­gungs­fau­len Schü­lers. Egal, was er macht, er weiß, dass er eine 3 bekommt. War­um, um Him­mels wil­len, soll er sich anstren­gen? Wie reagie­ren gute Sport­ler auf aus­schließ­lich gute Noten? Die abso­lu­ten Nie­ten bekom­men eine 3, alle, die es irgend­wie ein biss­chen kön­nen eine 2 und alle ande­ren eine 1. Was ist eine 1 dann noch wert? Nichts. Kann man sich über eine 1 dann noch freu­en? Nein. Moti­viert die­se 1 dazu sich mehr anzu­stren­gen? War­um soll­te man, man bekommt ja auch ganz ohne Anstren­gung die 1. An der Wir­kung von Noten ändert sich natür­lich über­haupt nichts, wenn man die gan­ze Ska­la eine Note nach oben ver­schiebt und ver­kün­det: „Bei mir gibt es kei­ne schlech­te­ren Noten als 4.“

Wie in allen ande­ren Fächern ist es natür­lich der leich­tes­te Weg nur gute Noten her­zu­ge­ben. Man ver­mei­det anstren­gen­de Dis­kus­sio­nen mit Schü­lern und Eltern (und bei Beschwer­den mit dem Chef) und hat sei­ne Ruhe. Oft läuft es (wie in ande­ren Fächern) auf einen still­schwei­gen­den Deal hin­aus: „Ich tu euch nichts, wenn ihr mir nichts tut.“ Selbst­ver­ständ­lich sind sol­che Leh­rer auch häu­fig „beliebt“. Ob sie aller­dings auch GUTE Leh­rer sind, ist eine ganz ande­re Fra­ge.

Obwohl die­se Zusam­men­hän­ge m.E. so ein­leuch­tend sind, wei­gern sich nach mei­ner Erfah­rung vor allem Sport­leh­re­rin­nen beharr­lich sie zur Kennt­nis zu neh­men bzw. bei ihrer Noten­ge­bung zu berück­sich­ti­gen. Vor ein paar Jah­ren habe ich eine Leh­rer­fort­bil­dung zum The­ma Sport­no­ten gelei­tet. Unter Ande­rem ging es auch um die Lust­lo­sig­keit der Mäd­chen vor allem in der Mit­tel­stu­fe. Ich ern­te­te nur Unver­ständ­nis und Empö­rung als ich ver­such­te dar­zu­le­gen, dass die häu­fig beklag­te man­geln­de Moti­va­ti­on und Bewe­gungs­un­lust nicht trotz son­dern WEGEN der absurd guten Noten ent­steht. Auch die Erzäh­lun­gen mei­ner zwei Töch­ter und vie­ler Schü­le­rin­nen bestä­ti­gen mei­ne Erfah­rung, dass unge­recht­fer­tigt gute Noten genau das Gegen­teil vom eigent­lich Gewünsch­ten bewir­ken.

Neh­men wir für die Wir­kung von schlech­ten Noten mal das Bei­spiel Lie­ge­stüt­ze. Aus mei­ner Tabel­le geht klar her­vor, wie­vie­le man in wel­cher Klas­se für eine bestimm­te Note kön­nen muss. Wir machen rela­tiv bald (nach­dem wir mehr­mals die kor­rek­te Aus­füh­rung geübt haben) Noten. Ein Schü­ler bricht nach dem zwei­ten Lie­ge­stütz zusam­men und bekommt eine 6. Natür­lich ist die ers­te Reak­ti­on Ent­täu­schung und Frus­tra­ti­on. Men­schen reagie­ren unter­schied­lich auf Ent­täu­schun­gen, die einen resi­gnie­ren, die ande­ren fin­den sich nicht damit ab und beschlie­ßen etwas zu unter­neh­men. Wir bespre­chen im Unter­richt, wie schnell man sich gera­de im Kraft­be­reich durch regel­mä­ßi­ges Trai­ning ver­bes­sern kann. Ich sage den Schü­lern, dass wir das Gan­ze nach ca. vier Wochen wie­der­ho­len und sie ver­su­chen kön­nen ihre Note zu ver­bes­sern (ver­schlech­tern gibt’s bei mir nicht). Nach ein paar Wochen kommt der Schü­ler wie­der, jetzt kann er schon sechs  Stück. Das ist zwar (in einer 6ten Klas­se) gera­de noch die Note 5, aber er hat sei­ne Leis­tung ver­drei­facht, dafür lobe ich ihn natür­lich und dar­auf kann er stolz sein. Das Erfolgs­er­leb­nis, ver­stärkt durch das Lob, moti­viert ihn zu wei­te­ren Anstren­gun­gen. Nach ein paar wei­te­ren Wochen …

Ein wei­te­rer Aspekt des The­mas ist, dass „Kin­dern und Jugend­li­chen einen deut­li­chen Hang zur Selbst­über­schät­zung der­kör­per­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit [zei­gen]. Die­se Nei­gung ist bei Jun­gen stär­ker aus­ge­prägt als bei Mäd­chen und nimmt mit­zu­neh­men­dem Jugend­al­ter ab“ (Quel­le S. 10). Das erklärt die z.T. dras­ti­schen psy­cho­lo­gi­schen Fol­gen einer Frus­tra­ti­on durch eine objek­ti­ve Leis­tungs­mes­sung, gera­de bei Kin­dern, die sonst zu den (sehr) guten Sport­lern gehö­ren. „Hier sind vor allem Sport­leh­rer auf­ge­ru­fen, ihren Schü­le­rin­nen und Schü­lern mehr Rea­li­täts­sinn nahe­zu­le­gen und ihnen gleich­zei­tig zu ver­mit­teln, wo ihre indi­vi­du­el­len Schwä­chen lie­gen und wie­viel Spaß das Not­wen­di­ge machen kann“ (S. 10). Das mit dem „Spaß ver­mit­teln“ ist aller­dings nicht so ein­fach …

In Bay­ern wird immer mal wie­der dis­ku­tiert, ob Sport Vor­rü­ckungs­fach wer­den soll­te. Die häu­figs­te Begrün­dung lau­tet, dass man dadurch das Fach „auf­wer­ten“ wol­le. Von die­sem Vor­schlag hal­te ich über­haupt nichts. Sport genießt in unse­rer Gesell­schaft und gott­sei­dank bei den meis­ten Schü­lern ein aus­rei­chend hohes Anse­hen, da braucht nichts „auf­ge­wer­tet“ zu wer­den. Für die meis­ten Jun­gen ist es schlimm genug in Sport zu ver­sa­gen, völ­lig unab­hän­gig davon, ob Sport Vor­rü­ckungs­fach ist oder nicht. Die ein­zi­ge Kon­se­quenz wäre, dass noch viel mehr Schmu­se­no­ten ver­ge­ben wer­den wür­den, weil ja nie­mand ris­kie­ren möch­te, dass jemand wegen Sport durch­fällt. Dadurch wür­de genau das Gegen­teil des ursprüng­lich Inten­dier­ten ein­tre­ten, das Fach wür­de ENT­wer­tet. Wenn Sport hin­ge­gen kein Vor­rü­ckungs­fach ist, kann ich z.B. bei schlech­ten Leis­tun­gen und man­geln­der Leis­tungs­be­reit­schaft wei­ter­hin die Note 5 geben, ohne dass ich gleich „eine Schul­lauf­bahn zer­stö­re“. Die ein­fachs­te Mög­lich­keit Sport auf­zu­wer­ten ist m.E. ange­mes­se­ne Leis­tun­gen zu ver­lan­gen und den Schü­lern nicht mehr die guten Noten hin­ter­her­zu­wer­fen.

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  1. Ich bin eben­falls gegen Noten beim Sport – weil sie abso­lut über­füs­sig und nichts­sa­gend sind. Der Gesund­heit brin­gen sol­che Noten ohne­hin nichts und auch die gerin­ge Viel­falt des Sport­un­ter­richts spricht gegen eine fai­re Beno­tung. Grund­sätz­lich soll­ten die Schu­len mei­nes Erach­tens auch kei­nen Sport, son­dern das Fach „Bewe­gungs-Kul­tur“ anbie­ten – hier könn­te und soll­te Sport ein Teil­be­reich sein für alle, die den Wett­kampf wün­schen oder brau­chen. Anstel­le der Ziel­set­zung „Ers­ter, Zwei­ter oder Drit­ter Platz“ emp­feh­le ich als Ziel das „Flow-Erleb­nis“, wel­ches sich gewöhn­lich ein­stellt, wenn man sich sei­nen per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen ent­spre­chend maxi­mal bemüht hat. Dann hät­ten nicht nur die sport­li­chen Asse, son­dern mit Recht auch jene Men­schen ein Zufrie­den­heits­ge­fühl, die auf­grund ihrer kör­per­li­chen Nach­tei­le „nur halb so hoch gesprun­gen“ sind.
    Wer Bewe­gungs­freu­de för­dern möch­te, braucht kei­ne Noten.

    • > emp­feh­le ich als Ziel das „Flow-Erleb­nis“, wel­ches sich gewöhn­lich ein­stellt, wenn man sich sei­nen per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen ent­spre­chend maxi­mal bemüht hat.

      Haben Sie schon mal einen über­ge­wich­ti­gen Men­schen erlebt, der z.B. beim Jog­gen ein „Flow-Erleb­nis“ hat­te? Er kann sich noch so „maxi­mal bemü­hen“, es wird sich kein Glücks­ge­fühl ein­stel­len.

      Neh­men wir mal an, ein guter Schü­ler über­springt in der 8. Klas­se 1,40 m. Glau­ben Sie im Ernst, dass irgend­je­mand mit der Hälf­te (70 cm) „zufrie­den“ ist? Wären SIE das als Schü­ler gewe­sen?

      Mir ist auch nicht klar wel­che Defi­ni­ti­on von „Flow“ Sie ver­wen­den. Herum-„wheelen“ (war­um geht’s eigent­lich nicht Deutsch?) macht natür­lich Spaß, aber „Flow“???

      Flow tritt häu­fig bei Sport­ar­ten auf, die man IN HOHEM MASSE [mei­ne Her­vor­he­bung] beherrscht und in denen man „auf­geht“ […].“
      (Quel­le: https://de.wikipedia.org/wiki/Flow_%28Psychologie%29)

      Wenn ich ein biss­chen her­um­rol­le, beherr­sche ich erst­mal gar nichts. Erst nach viel Übung und (je nach Talent) viel Zeit, kann sich ein „Flow-Erleb­nis“ ein­stel­len.

      Sie ver­wäs­sern das ursprüng­li­che Kon­zept zu einem Syn­onym für „Spaß“ (sie­he auch „Der Roll­SPASS-Mix“.

      Und natür­lich kann man der Mei­nung sein, dass Sport­un­ter­richt ein­fach nur unver­bind­li­che Bewe­gungs­an­ge­bo­te machen soll­te, die in ers­ter Linie „Spaß“ machen sol­len. Die­ser Mei­nung bin aber nicht.

    • Es ist doch wis­sen­schaft­lich schon lan­ge erwie­sen, dass ein gesun­der Kör­per (und Geist) defi­ni­tiv viel Bewe­gung, aber weder Wett­kampf- noch Leis­tungs­sport, weder einen per­fek­ten Hand­stand noch einen Flik-Flak benö­tig. Die Freu­de an der Bewe­gung soll­te daher stär­ker geför­dert wer­den als die Per­fek­ti­on. Wer mehr braucht, sucht sich letzt­end­lich ohne­hin einen Sport­ver­ein oder ein Fit­ness-Stu­dio, in denen fach­spe­zi­fi­sche Pro­fis zur Ver­fü­gung ste­hen.
      Wenn sich laut neu­es­ten Stu­di­en 80% der Kin­der zu wenig bewe­gen, wäre es an der Zeit, neue Bewe­gungs-Kon­zep­te als Ergän­zung zu begrü­ßen anstatt sie arro­gant nie­der­zu­re­den.
      Wären Ihnen die Bewe­gungs­wün­sche der Kin­der wirk­lich wich­tig, wür­den Sie erken­nen, dass die­se eben nicht nur ein biß­chen rum- „whee­len“, Kara­te üben, Seil­sprin­gen, Hula-Hoop oder Hip-Hop tan­zen, balan­cie­ren, ren­nen und sprin­gen, son­dern in der Viel­zahl aus frei­en Stü­cken und ohne Druck durch Päd­ago­gen so erstaun­li­che Leis­tun­gen prä­sen­tie­ren, dass den Lehr­kräf­ten oft minu­ten­lang der Mund offen­steht. Der Viel­falt gehört die Zukunft – sagen nam­haf­te Wis­sen­schaft­ler.
      Noten sind in vie­len Fächern berech­tigt und sinn­voll, im Sport sind sie abso­lut über­flüs­sig.

  2. Syra

    Mein Sohn 13 hat auch aktu­ell eine vier im Zeug­nis in Sport bekom­men das Jahr davor gab es Schwim­men, tja er war meh­re­re Jah­re im Schwimm­ver­ein hat mit 10 Jah­ren sein Sil­ber­schwimm­ab­tei­chen gemacht. Der Sport­leh­rer kom­men­tier­te die Schwimm­fä­hig­keit mei­nes Soh­nes mit­den Wor­ten O‑Ton “ Das DU das kannst das hät­te ich nicht erwar­tet.“

    Vom 4–11 lebens­jahr war er auch im Fuss­ball­ver­ein, im Schwimm­ver­ein bis zum 10ten Lebens­jahr zwi­schen­durch hat er ein hal­bes Jahr Eis­lauf­trai­ning gehabt er war auch noch ein Jahr beim Judo zum Schluss hat er sich dann nur noch für Fuss­ball ent­schie­den 3 x die Woche Trai­nung und jedes We Spie­le oder Tunie­re auch in der Sai­son­pau­se. Er kann Schlitt­schuh­lau­fen, Inli­ner fah­ren, Rad fah­ren sowie­so, schwim­men, hat 2 Gür­tel im Judo ein­mal sogar den drit­ten Platz gemacht naja aber lt. Sport­leh­rer reicht es gera­de für ne vier. Aus­ser als Schwim­men auf dem Plan stand da gabs ne 2. Haha und Mit­schü­ler die mit 12 noch nicht­mal das See­pferd­chen hat­ten beka­men auch ne zwei … denn es wur­de im Schwimm­un­ter­richt auf Level Nicht­schwim­mer unter­rich­tet und auf die Rück­sicht genom­men.

    Ein Sport­leh­rer der zulässt das Schü­ler aus­ge­grenzt wer­den und nicht in der Lage ist im Sport Team­geist und sol­che Din­ge zu för­dern das gehört näm­lich dazu für mich, soll­te sei­ne Unter­richts­me­tho­den über­den­ken.

    Stimmt mein Sohn kannkein Bocksorin­gen, 100m Sprint da ist er lang­sa­mer, er kann­si­cher kei­ne Lie­ge­stüt­ze im Akkord oder am Seil hoch­kra­xel das sind halt die Din­ge die im Sport­un­ter­richt meist ver­mehrt gemacht wer­den. Es ist auch klar das er sei­nem Klas­sen­ka­me­ra­den der in der Lan­des­aus­wahl im Vol­ley­ball ist in der Sport­art nicht das Was­ser rei­chen und das der Mit­schü­ler natür­lich eine 1 erhält auf dem Zeug­nis wenn Vol­ley­ball auf dem Plan steht ist auch klar denn da könn­te ein pop­pe­li­ger Sport­leh­rer in Erklä­rungs­not kom­men bei einer schlech­te­ren Note und womit zu Recht.

    Fakt ist das Sport­no­ten nicht das wider­spie­geln, was ein Kind tat­säch­lich an Sport kann. Sport­lich zu sein heisst ja nicht irgend­ei­nen vor­ge­ge­ben Krem­pel stur nach Plan zu kön­nen. Sport ist viel­mehr als der Witz der in der Schu­le unter­rich­tet wird.

    Wir dis­ku­tie­ren auch nicht über­die Sport­no­te der Leh­rer hat unser Kind ohne­hin schon in einer Schub­la­de das wur­de klar nach dem oben zitier­ten Satz zum schwim­men … !

  3. Janik

    End­lich mal ein ver­nünf­ti­ger Leh­rer. Als wenn es weni­ger begab­ten Men­schen im Mathe, Deutsch oder Geschichts­un­ter­richt anders ergan­gen wäre. Wie­viel Zeit hat man in der Woche mit Haus­auf­ga­ben und zusätz­li­chen Übun­gen bei Fächern ver­bracht, die man kaum konn­te!? Die­se Zeit soll­te man mal in Sport inves­tie­ren. M.E. Soll­te man das Bewer­tungs­bild mal bun­des­weit durch­set­zen

    • Syra

      Naja Mathe ist ein Haupt­fach … hat min­des­tens 4 Stun­den, für Schwä­che­re gibt es För­der­un­ter­richt da kann man in weni­gen Stun­den eini­ges ver­bes­sern um schnel­ler zu lau­fen oder höher und wei­ter zu sprin­gen wenn man das nicht kann heisst es nicht auto­ma­tisch das Kind ist unsport­lich. Wenn ich fech­ten will muss ich kein schnel­ler läu­fer sein … wenn ich Fuss­bal­ler wer­den will muss ich nicht schwim­men kön­nen. Wenn ich aber Mathe beherr­schen will benö­tigt man die Grund­la­gen.

      Sport ist für mich viel mehr als ein man muss der schnells­te sein oder am wei­tes­ten sprin­gen kön­nen usw. usf.

      Men­schen die ande­re aus­gren­zen ind ver­un­glimp­fen, belei­di­gen usw. usf. Sind für mich nicht gesell­schafts­fä­hig. Die kön­nen noch so toll im Sport sein dafür fehlt es ihnen eben woan­ders.

      Sport­un­ter­richt in der Schu­le soll­te dazu bei­tra­gen den Kin­dern die eben sonst kei­nen Sport betrei­ben den Spass an der Bewe­gung zu brin­gen. Dick zu sein heisst nicht auto­ma­tisch unsport­lich zu sein klar bestimm­te Sport­ar­ten fal­len daviel­leicht schwe­rer aber das ist irgend­wie auch logisch oder? Fakt ist­das vie­ler­orts der Sport­un­ter­richt Kin­dern den Spass am Sport ver­dirbt. Vie­le Grund­schu­len z.b. strei­chen Kin­dern die sich in Mathe z b. Nich beneh­men den Sport­un­ter­richt … da darf man sich dan­nauch fra­gen was das soll.

  4. Birgit

    Ich möch­te mich hier anschlie­ßen, denn ich war eine gute Schü­le­rin, der jedes mal die 4 in Sport den Noten­schnitt ver­saut hat. Dabei war ich weder faul noch dick (immer hart am Unter­ge­wicht), aber trotz­dem schlecht koor­di­niert und lang­sam. Für mich bedeu­te­te das, in jeder ein­zel­nen Sport­stun­de mei­ne extre­me Angst vor Stür­zen (beim Gerä­te­tur­nen), die Ent­täu­schung nicht mit­hal­ten zu kön­nen (Leicht­ath­le­tik) oder die Ableh­nung der Mit­schü­ler (bei der Aus­wahl in Mann­schafts­sport­ar­ten) aus­hal­ten zu müs­sen, ohne Aus­sicht dar­auf, dass sie je etwas ändert, egal wie sehr ich mich bemü­he. Das hat immer­hin dazu geführt, dass ich mir für mein wei­te­res Leben eine gute Frus­tra­ti­ons­to­le­ranz ange­eig­net habe, das kann aber nicht das Ziel gewe­sen sein und dafür gab es nie­mals gute Noten.
    Im Musik­un­ter­richt erging es mir ähn­lich. Solan­ge es dar­um ging, Noten lesen zu ler­nen oder Musik­ge­schich­te- es also auf Lern­wil­len ankam – war ich vorn dabei. Beim Vor­sin­gen mit mei­ner lei­der unschö­nen Stim­me und nicht in der Lage einen Ton zu hal­ten schei­ter­te ich kläg­lich und muss­te die Bla­ma­ge vor der gesam­ten Klas­se aus­hal­ten. Schon vie­le Stun­den bevor ich wie­der „dran“ war, hat­te ich vor jeder Musik­stun­de Bauch­schmer­zen. Ohne musi­ka­li­sches Gehör ging ich mit Pau­ken und Trom­pe­ten unter, als es dar­um ging, vom Musik­leh­rer auf dem Kla­vier ange­schla­ge­ne Noten zu erken­nen.
    Wo bit­te soll man das trai­nie­ren?
    Sie glau­ben gar nicht, wie ger­ne ich musi­ka­lisch wäre und wie ger­ne ich in einem Chor Sän­ger. Kei­ne Chan­ce! Eben­so ist es von vorn­her­ein aus­sichts­los für mich, in sport­li­cher Hin­sicht irgend­wie mit­hal­ten zu kön­nen, unab­hän­gig davon, wie viel ich trai­nie­re.
    Mein Mann als total Far­ben­blin­der bekam im Kunst­un­ter­richt unge­rech­ter­wei­se schlech­te Noten – sowas geht gar nicht!
    Dar­um hal­te ich es für nötig, Schul­no­ten in sol­chen Fächern abzu­schaf­fen, für die Talente/körperliche Vor­aus­set­zun­gen not­wen­dig sind, die nicht jeder mit­bringt.
    Mei­ne Erfah­run­gen in der Schul­zeit haben mir jedes Inter­es­se am Sport ver­lei­det, wo bit­te soll das moti­vie­rend sein?

    • > Dar­um hal­te ich es für nötig […] die nicht jeder mit­bringt.

      Das ist eine sehr weit­rei­chen­de For­de­rung. Ich habe sel­ber z.B. Mathe und Natur­wis­sen­schaf­ten GEHASST. Ich habe kaum etwas ver­stan­den und bin auch fest davon über­zeugt, dass ich ein­fach kein Talent für Zah­len und die­se däm­li­chen For­meln habe. Also kei­ne Beno­tung!

      Genau­so habe ich seit mehr als 30 Jah­ren mit Schü­lern zu tun, die ein­fach kein Talent für Lite­ra­tur haben. Sie kön­nen mit Sym­bo­len, Meta­phern und die­sem gan­zen Kram ein­fach nichts anfan­gen. Also kei­ne Beno­tung, oder?

      Noten nur noch für die­je­ni­gen, die für das ent­spre­chen­de Fach „Talent“ haben? Wer bestimmt, wer Talent hat und wer nicht?

      > Mein Mann […] sowas geht gar nicht!

      Stimmt, wun­dert mich, dass es das gibt. Bei Leg­asthe­nie wird ja auch Rück­sicht genom­men.

      Die Fra­ge ist ja auch, was mit der „Angst vor Stür­zen“ oder der „Ableh­nung durch Mit­schü­ler“ gewor­den wäre, wenn es KEINE Noten gege­ben hät­te. Hät­ten Sie des­halb vol­ler Freu­de an doo­fen Gerä­ten geturnt? Wohl eher nicht. Hät­ten die Mit­schü­le­rin­nen sie begeis­tert als ers­te gewählt? Wohl eher auch nicht. Ich kann kei­nen kau­sa­len Zusam­men­hang zwi­schen Ihren nega­ti­ven Erfah­run­gen und Beno­tung erken­nen.

      > Mei­ne Erfah­run­gen in der Schul­zeit haben mir jedes Inter­es­se am Sport ver­lei­det

      Das ist bedau­er­lich. Mit etwas zeit­li­chem Abstand soll­te man aber in der Lage sein, sol­che uner­freu­li­chen Erleb­nis­se hin­ter sich zu las­sen und eine neue Ein­stel­lung zu fin­den. Ist es nicht sehr / zu bequem im fort­ge­schrit­te­nen (?) Alter kei­nen Sport zu trei­ben, nur weil man den Schul­sport blöd fand?

      > Sie glau­ben gar nicht, wie ger­ne ich musi­ka­lisch wäre und wie ger­ne ich in einem Chor Sän­ger. Kei­ne Chan­ce!

      Es gehört zum Erwach­sen-Wer­den / ‑Sein dazu sol­che Tat­sa­chen zu akzep­tie­ren. Ich wür­de auch ger­ne z.B. gut zeich­nen kön­nen, aber ich kann’s halt ein­fach nicht. Ok, muss ich ent­we­der akzep­tie­ren oder Kur­se an der Volks­hoch­schu­le besu­chen.

      • Birgit

        Für Dys­kal­ku­lie und Leg­asthe­nie ist es doch auch mög­lich, Beno­tun­gen aus­zu­set­zen.
        Und dass ich gelernt habe, mit Frus­tra­tio­nen umzu­ge­hen und mei­ne Gren­zen zu akzep­tie­ren, konn­te man mei­nen Zei­len auch ent­neh­men.
        Was mir gehol­fen hät­te: wenn die jewei­li­gen Sport­leh­rer hono­riert hät­ten, dass ich trotz mei­ner Defi­zi­te und Ängs­te regel­mä­ßig am Sport­un­ter­richt teil­nahm und mich bemüh­te. Dafür in schö­ner Regel­mä­ßig­keit eine Vier zu kas­sie­ren, die mein ansons­ten makel­lo­se Zeug­nis ver­schan­delt, hät­te nicht sein müs­sen. Los­ge­löst von der Aus­sichts­lo­sig­keit, jemals eine bes­se­re Note zu errei­chen, hät­te ich dem Schul­sport wohl eher etwas abge­win­nen kön­nen.
        Btw: mei­ne Schul­zeit war in den 1970er Jah­ren, damals hat­te man es noch nicht so mit der Sen­si­bi­li­tät- aber es erschreckt mich, dass sich nicht viel getan hat seit­dem und dass Schü­le­rIn­nen nach wie vor neben der Demü­ti­gung und der Erkennt­nis, etwas über­haupt nicht zu kön­nen dafür auch noch schlech­te Noten hin­neh­men müs­sen.

        • > Was mir gehol­fen hät­te: […] hät­te nicht sein müs­sen.

          Also gut, spie­len wir das mal durch. Eine 4 hat offen­bar nicht gereicht – hät­te eine 3 gereicht? Falls ja, eine mangelhafte(oder viel­leicht sogar unge­nü­gen­de Leis­tung) soll mit „befrie­di­gend“ hono­riert wer­den. Aus Grün­den der Gerech­tig­keit muss man das natür­lich bei allen ande­ren Schü­le­rIn­nen genau­so machen, die haben sich ja (hof­fent­lich) auch bemüht. Also wird aus einer 4 eine 2, und aus einer 3 eine 1. Dann haben wir genau das, was ich in o.a. Arti­kel in Bezug auf den Mäd­chen­sport beschrei­be, näm­lich dass Noten nichts mehr wert sind, weil 3 die schlech­tes­te Note ist. Kei­ne® sieht (zu Recht) irgend­ei­ne Not­wen­dig­keit sich anzu­stren­gen oder irgend­wie bes­ser zu wer­den, sie bekommt ja eh eine 3. Dann hat man genau den ster­bens­lang­wei­li­gen, lät­scher­ten Sport­un­ter­richt, über den sich vie­le sport­li­che Mäd­chen zu Recht beschwe­ren. Und es stimmt ein­fach nicht, dass durch die­se „sen­si­ble“ Noten­ge­bung irgend­je­mand zu irgend­was „moti­viert“ wird.

          Oder hät­te die „Beno­tung aus­ge­setzt“ wer­den sol­len, so dass Sie gar kei­ne Sport­no­te bekom­men? Nach wel­chen Kri­te­ri­en wird dann ent­schie­den, wer beno­tet wird und wer nicht? Wer nichts kann, aber sich gaa­anz doll bemüht, wird nicht beno­tet, wer ein biss­chen Talent hat und sich nur ein biss­chen bemüht, soll eine Note bekom­men? Das kann’s doch nicht sein …

        • Syra

          Noten­schutz für Dys­kal­ku­lie? Haha­ha Noten­schurz für Leg­asthe­nie? Oh man träumt wei­ter. Im übri­gen bei einem Noten­schutz wegen Leg­asthe­nie wird nur die Recht­schrei­bung nicht gewer­tetin­halt­lich und von der Men­ge her muss ein Leg­asthe­ni­ker das glei­che erbrin­gen und der Noten­schutz steht im Zeug­nis. Den gibt es nicht bei den Abschluss­prü­fun­gen. Den Noten­schutz gibt rs auch nicht auto­ma­tisch vie­le Leh­rer glau­ben näm­lich Leg­asthe­nie gibt esnicht, vie­le Deutsch­leh­rer haben davon kei­ne Ahnung und dar­über­hin­aus gilt Leg­asthe­nie als Behin­de­rung. Das in einen Topf zu wer­fen mit unsport­lich sein hal­te ich für gewagt. Unsport­lich zu sein schränkt einen in der Schul­zeit ein eine Leg­asthe­nie ein leben lang und auch spä­ter im Beruf und wenns doof läuft auch bei der Suche nach einem Aus­bil­dungs­platz. Wenns gut läuft und das Kind auf Leh­rer trifft die Ahnung haben steht einem Stu­di­um nichts im Wege ;-).

          Leg­asthe­ni­ker zu sein beein­traech­tigt einen in jedem Fach wo geschrie­ben und gele­sen wer­den muss (wobei es auch eine iso­lier­te Recht­schreib­stö­rung gibt und der Svhü­ler 1a lesen kann und umge­kehrt) wer­den muss wenn ich nicht Sprin­ten kann hat das für die ande­ren Fächer kei­ne Rele­vanz der Mat­he­for­mel ist das egal und der Latein Voka­bel auch :-).

      • Syra

        Und wur­dest du im Mathe­un­ter­richt aus­ge­lacht und aus­ge­grenzt?

        Sport hat was mit Team zu tun und der Sport­un­ter­richt kan zu Höl­len­qua­len füh­ren weilg­anz offen­sicht­luch für jeden immer die ste­hen­blei­ben die unspirt­lich oder dick sind. Ein Team ist immernur so gut wie der schlech­tes­te und im Sport­un­ter­richt wird blos­stel­lung und Aus­gren­zung offen gelebt an vie­len Schu­len ind Sport­leh­rer machen da mit, mehr als in den ande­ren Fächern das scheint aber gesell­schaft­lich nor­mal zu sein. Anschei­nend. Sport­lich und fair wäre es z.b. auch von Mit­schü­lern im Spirt­un­ter­richt den schwä­che­ren zu hel­fen den Spiet hat was mit Fair­ness zu tun wie ich schon sag­te Sport ist fuer mich mehr als z.b. 100m in x Sekun­den lau­fen zu kön­nen oder mit x Jah­ren so und so weit sprin­gen zu kön­nen. Wer Leis­tungs­sport möch­te der kann spä­ter sport Abi machen pder auf eine Sport­schu­le gehen und ob Spirt­leh­rer auch tat­säch­lich sel­ber das alles so kön­nen wage ich zu bezwei­feln ich hat­te in mei­ner gesam­ten Schul­zeit (13 Jahre)nicht einen Sport­leh­rer der vor­ge­macht hat was er woll­te. Eini­ge hat­ten noch nicht­mal Sport­kla­mot­ten an. Jeans und Turn­schu­he 🙂 aber wehe wir Schü­ler kamen in Jeans und Turn­schu­hen.

  5. eisen

    Neh­men wir für die Wir­kung von schlech­ten Noten mal das Bei­spiel Lie­ge­stüt­ze. Aus mei­ner Tabel­le geht klar her­vor, wie­vie­le man in wel­cher Klas­se für eine bestimm­te Note kön­nen muss. Wir machen rela­tiv bald (nach­dem wir mehr­mals die kor­rek­te Aus­füh­rung geübt haben) Noten“

    Lächer­lich und zeitgt wie Sinn­frei der Lehr­plan ist .

    Ich kann kein ein­zi­gen Lie­ge­stüt­ze und auch kein ein­zi­ge Klimm­zü­ge.

    Ich wie­se 156KG und Stem­me im Trai­ning 25KG Knie­beu­gen und 280KG Dead Lift
    Ich mache Strong­mann

    Ich wür­de bei Ihnen eine 6 bekom­men aber mache bei meis­te­schaf­ten mit lol

    • Syra

      Ja und beim tur­nen auf dem Schwe­be­bal­ken hät­ten Sie auch kei­ne Chan­ce neh­me ich an :-). Auch da wäre Ihnen die 5 sicher. Gin­ge es um das stem­men vom Schwe­be­bal­ken sicher­te Ihnen das eine 1 :-). End­lich jemand der es auf den Punkt bringt dan­ke für Ihr Pos­ting.

  6. Eisen

    Noten in Sport / Musik und Kunst sind ein abso­lu­ter witz und gehö­ren abge­schafft zumal, wenn dann noch dazu kommt das Leh­rer Ihr Pro­gramm abspü­len und in keins­ter Wei­se auf die Schüler/in ein­ge­hen.

    Allei­ne die Aus­sa­ge“ wenn er alles gege­ben hat, was unter sei­nen Vor­aus­set­zun­gen mög­lich ist“ bekommt er eine 4 ist doch blan­ker hohn, wie soll also ein Schü­ler der unter sei­nen Vor­aus­set­zun­gen alles gege­ben hat dann jemals auf eine 3 / 2 oder gar 1 kom­men?

    so Beno­te­te mal evtl auf einer NAPOLA aber doch nicht auf einer nor­ma­len Schu­le?!

    Wenn ich alles gege­ben habe und mit maxi­ma­ler Wil­lens­kraft an die Sachen ran­ge­gan­gen bin und trotz­dem nur eine 4 bekommt, ist das ein­fach nur Demo­ti­vie­rend und ich kann es gleich sein las­sen.

    Ich bin zwar schon 17 Jah­re aus der Schu­le raus aber ein Bei­spiel von mir, ich war schon immer stäm­mig und etwas Über­ge­wich­tig, will sagen weder der Schnellst noch der Agils­te, nun wur­den aber (wohl bedingt durch den) Lehr­plan stän­dig Fuß­ball, Völ­ker­ball, Vol­ley­ball usw gespielt und bewer­tet, alles Din­ge, für die ich kör­per­lich weder gebaut bin, noch din­ge die mich Inter­es­siert haben, ich habe in der Frei­zeit Eisen gestemmt und drü­cke heu­te 250KG Knie­beu­gen mit Frei­han­teln.

    DAS war aber nie gefragt im Sport Unter­richt, ich bekam also stän­dig 5er und 6er.

    Das Glei­che in Musik, ich war und bim Hea­vy Metal fan, ich spie­le damals pri­vat gar ok Gitar­re beno­tet wur­de man im Prak­ti­schen aber nur am Xylo­phon und im Sin­gen (als Jun­ge im Stimm­bruch) logisch war auch hier das ich nur 4 / 5 / und 6er gesam­melt habe. auf die Fra­ge, ob ich nicht an der Gitar­re beno­tet wer­den könn­te und er mit dazu eben ein Lied geben könn­te oder ich mir selbst ein Aus­su­che bekam ich nur die Ant­wort „Steht nicht im lehr­plan.“

    Wie genau Spie­geln die­se Noten nun die Rea­li­tät wie­der?

    Ich kann nur jedem Emp­feh­len schickt Eure Kin­der auf eine Montesso­ri Schu­le da wird auf Bedürf­nis­se und Fer­tig­kei­ten ein­ge­gan­gen und aktiv geför­dert.

    • gunter

      Hal­lo Bir­git, ich kann mich Ihrer Argu­men­ta­ti­on nur anschlie­ßen, weil sich das von Ihnen geschil­der­te Dra­ma exakt so bei mei­ner 11-jäh­ri­gen Toch­ter gera­de abspielt. Möch­te noch erwäh­nen, dass ich in mei­ner lan­gen Sport­leh­rer­tä­tig­keit Hun­der­te von Noten erteilt habe. Behaup­te mal, dass dar­un­ter nur eine Hand­voll 4er waren.

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