Jochen Lüders

Englisch & Sport am Gymnasium und ein bisschen Tango

Absenzenlisten

Bin ich froh, dass ich kein Ober­stu­fen­be­treu­er bin und mich nicht jeden Monat durch Dut­zen­de von Absen­zen­lis­ten wüh­len muss.

Beson­ders auf die Ner­ven gehen wür­den mir all die Lis­ten, auf denen die Schü­ler „unter­schrei­ben“:

Mir ist völ­lig schlei­er­haft, war­um so vie­le Leh­rer die­se Art von Lis­ten ver­wen­den. Mei­ner Mei­nung nach haben sie eigent­lich nur Nach­tei­le:

  • Es dau­ert meis­tens ziem­lich lan­ge, bis jeder end­lich unter­schrie­ben hat. Wenn die Lis­te end­lich wie­der vor­ne beim Leh­rer ange­kom­men ist, kommt garan­tiert noch Jes­si­ca (oder Maxi­mi­li­an) ver­spä­tet ange­trot­tet und die Lis­te wan­dert wie­der über fünf Tische nach hin­ten und wie­der nach vor­ne.
  • Die „Unter­schrif­ten“ sind oft (sie­he oben) ein ein­zi­ger Witz und kön­nen von den Mit­schü­lern leicht gefälscht wer­den. Mit schö­ner Regel­mä­ßig­keit kommt es dann zu Strei­te­rei­en, weil der Leh­rer behaup­tet Schü­ler XY sei garan­tiert nicht in der Stun­de vom sound­so­viel­ten gewe­sen, wäh­rend der dage­gen­hält, dass er ja schließ­lich unter­schrie­ben habe.
  • Der Ober­stu­fen­be­treu­er tut sich schwer in die­sem gan­zen Ver­hau her­aus­zu­fie­seln, wer denn jetzt eigent­lich gefehlt hat, denn das ist ja die für ihn ent­schei­den­de Infor­ma­ti­on. Beson­ders spa­ßig wird es für ihn, wenn Schü­ler mit Rot abzeich­nen, bzw. der Leh­rer feh­len­de Schü­ler nicht mit Rot, son­dern irgend­ei­ner ande­ren Far­be mar­kiert.

Mei­ne Absen­zen­lis­te (doc) fül­le ich grund­sätz­lich sel­ber zu Beginn der Stun­de aus. Das geht deut­lich schnel­ler als wenn die Lis­te her­um­wan­dert und außer­dem stim­men die Ein­tra­gun­gen und ich spa­re mir ner­vi­ge Dis­kus­sio­nen. Auf die Lis­te kom­men ledig­lich zwei Zei­chen: ein ‚x‘ bei allen, die feh­len und ein ‚e‘ bei allen, die zwar feh­len aber z.B. wegen einer schu­li­schen Akti­vi­tät ent­schul­digt sind (d.h. ich mache kein Häk­chen, bei denen, die da sind). Den Ober­stu­fen­be­treu­er freut es, denn er sieht auf einen Blick, wer gefehlt hat und noch eine Ent­schul­di­gung ablie­fern muss.

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  1. Oliver

    In Eng­land läuft alles elek­tro­nisch und soft­ware­ba­siert (SIMS) – ein­fach und wäh­rend der „Auf­wärm­pha­se“ der Stun­de erle­digt. Ach und Leh­rer bekom­men auch alle einen Schul­lap­top 🙂
    So man­ches könn­ten wir uns doch von unse­ren euro­päi­schen Nach­barn ein­mal abschau­en.

    • Max

      >Leh­rer bekom­men auch alle einen Schul­lap­top

      Haaach. Schö­ne neue eng­li­sche Welt. ;-))

  2. Max

    Wir sind vom lis­ten­rei­chen Erd­zeit­al­ter (Lis­to­zän) inzwi­schen zum Wand­aus­hang (Graf­fi­t­ozän) fort­ge­schrit­ten. Auf die­sem rie­si­gen (A1?) Stück Papier sol­len alle Kurs­lei­ter jede Woche alle feh­len­de Schü­ler ankreu­zen, was man­che auch tat­säch­lich tun.

    Dem­nächst wer­den die Lehr­kräf­te die Absen­zen in Q11/Q12 online im Info­por­tal ein­tra­gen müs­sen (Digizän?), ‚gemüt­lich‘ vom hei­mi­schen Schreib­tisch aus.

    (Ich kämp­fe dar­um, dass die­se Metho­de wenigs­tens nicht noch umständ­li­cher sein wird als ihre Vor­läu­fer.)

  3. Eine sol­che Lis­te ver­wen­de ich auch. In den lee­ren Fel­der ver­mer­ke ich am Ende der Stun­de für jeden Schü­ler die „sons­ti­ge Mit­ar­beit“ (++/+/o/-). Zwei Flie­gen mit einer Klap­pe.
    Die Lis­te lässt sich wun­der­bar auch in der SekI ver­wen­den (Klas­se 9/10). Dort wer­den die Fehl­stun­den zwar im Klas­sen­buch ver­merkt und vom Klas­sen­leh­rer nach­ge­hal­ten, doch für die Mit­ar­beit brau­che ich auch dort mei­ne eige­ne Lis­te.

    • Kai

      Wir haben in NRW für jeden SII-Kurs ein Kurs­heft, wo Fehl­zei­ten aber auch Unter­richts­in­hal­te bzw. Noten ein­ge­tra­gen wer­den müs­sen. Ist wie das Klas­sen­buch in der SI.

  4. Markus

    Habt Gedult, vie­le die­ser EDV-Rebel­len ster­ben doch eh bald weg …

  5. Peter

    So etwas haben wir neu­er­dings auch an unse­rer Schu­le…

    Sie­he http://www.grupet.at/de/webuntis/klassenbuch/fehlzeitenverwaltung.php

    Wür­de auch her­vor­ra­gend funk­tio­nie­ren, wenn die Kol­le­gen kapie­ren wür­den, dass man pro gehal­te­ner Stun­de ein­mal den But­ton „Abwe­sen­hei­ten kon­trol­liert“ drü­cken muss. Tun sie aber nicht, obwohl ich ihnen (weil ich Klass­lei­ter in einer Ver­suchs­klas­se bin, in der eben ein PC im Klas­sen­zim­mer steht) MEHRMALS eine bebil­der­te Anlei­tung ins Fach gelegt habe, wo genau beschrie­ben wird, wo sich eben die­ser But­ton befin­det.

    Was Jochen als „den Wider­stand“ vie­ler Kol­le­gen bezeich­net, kann ich also gut nach­voll­zie­hen, die meis­ten Leh­rer sind mei­nes Erach­tens ein­fach nicht dazu in der Lage, zu erken­nen, wel­che Arbeits­er­leich­te­rung EDV bie­ten KÖNNTE, WÜRDE man sich denn mal 10 Minu­ten Zeit neh­men, sich ein­zu­ar­bei­ten.

    Die meis­ten Kol­le­gen fol­gen dem Dog­ma „mehr EDV macht alles kom­pli­zier­ter“, was ich exem­pla­risch an einem Bei­spiel bele­gen möch­te: Neu­lich hieß es in der Leh­rer­kon­fe­renz, Semi­nar­ar­bei­ten (bei uns an der FOS/BOS ent­spre­chen sie den ehe­ma­li­gen Fach­ar­bei­ten im G9) müss­ten nun­mehr mit gewich­te­ten Teil­no­ten (Inhalt, Spra­che, wis­sen­schaft­li­ches Arbei­ten, Lay­out) trans­pa­rent beno­tet wer­den. Dazu leg­te die Schul­lei­tung eine für alle zugäng­li­che Excel-Tabel­le (als HILFE!!!) vor, die die Gewich­tung in den Teil­be­rei­chen ein­heit­lich (nach den Regeln des MB) vor­nimmt. Durch­schnitt­li­che Stim­mung im Kol­le­gi­um: „Natür­lich, wegen die­sem blö­den Excel müs­sen wir jetzt Teil­no­ten ver­ge­ben, EDV macht alles noch kom­pli­zier­ter!“ Na dann gute Nacht…

    Fazit: Vie­le Kol­le­gen soll­ten sich end­lich mal auf EDV ein­stel­len und end­lich mal kapie­ren, dass die Ver­kom­pli­zie­rung von Ver­wal­tungs­vor­gän­gen NICHT durch die EDV ver­ur­sacht wird (son­dern dass das Minis­te­ri­um ein­fach mal ger­ne was ver­kom­pli­ziert, ob nun mit EDV oder nicht), son­dern die­ser vor­aus­geht. Ansons­ten gute Nacht, Fließ­band­be­trieb Schu­le!

  6. > Inzwi­schen benut­zen wir eine Soft­ware­lö­sung.

    Hät­te ich bei uns natür­lich auch ger­ne, schei­tert aber an zu wenig PCs und am Wider­stand vie­ler Kol­le­gen.

    > das funk­tio­niert auch nur, wenn alle Leh­rer die­ser Pflicht auch nach­kom­men.

    Wie­so denn? Die­sel­ben Leh­rer, die jetzt die Daten nicht ein­ge­ben, haben vor­her wahr­schein­lich auch ihre Lis­ten nicht (pünk­lich) abge­ge­ben.

    • Sagen wir: es funk­tio­niert auch nicht bes­ser, obwohl es das eben könn­te. Der Ober­stu­fen­be­treu­er allein küm­mert sich um Attes­te und Begrün­dun­gen und hat dadurch mehr Arbeit; er kriegt schnel­ler mit, dass man­che Schü­ler zwi­schen­drin nicht da waren, bestellt die zu sich – um dann zu erfah­ren, dass der Leh­rer ein­fach geschla­fen hat. Es lohnt sich nur, wenn vie­le mit­ma­chen. Dann ist es aber sehr prak­tisch.

  7. Bei uns war das frü­her gene­rell so, dass jeder Leh­rer auf einer gege­be­nen Lis­te ein­trug, wer nicht da war – mit ver­schie­de­nen Kür­zeln für „Krank­heit“ oder sons­ti­ge Grün­de. Die „Krankheits“-Fälle muss­ten unter­schrei­ben, auch wenn ich das meist igno­riert habe. Pro­blem: die­se Lis­te kamen manch­mal erst sehr spät an den Ober­stu­fen­be­treu­er.

    Inzwi­schen benut­zen wir eine Soft­ware­lö­sung. Ich log­ge mich ein­mal am Tag ein und kreu­ze an, wer nicht da war (oder mache ein Kreuz, dass alle da waren). Ich notie­re mir das gar nicht mehr auf Papier, das kann ich mir bis zur nächs­ten Frei­stun­de im Leh­rer­zim­mer mer­ken. Vor­teil: die Daten sind gleich beim Ober­stu­fen­be­treu­er, der dann sehr viel schnel­ler fest­stel­len kann, wenn jemand selek­tiv fehlt. Nach­teil: das funk­tio­niert auch nur, wenn alle Leh­rer die­ser Pflicht auch nach­kom­men.

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