Jochen Lüders

Englisch & Sport am Gymnasium / Tango & Tanzfeste

What’s in a name?

Die Namen meiner Schüler versuche ich so bald wie möglich auswendig lernen. „Hey, you, yes, you, with the red pullover“ macht sich (vor allem in Krisensituationen) immer schlecht. Ich finde es ist ein deutliches Zeichen von mangelndem Interesse bzw. Engagement, wenn ein Lehrer nach spätens drei Wochen die Namen seiner Schüler nicht kann. Völlig indiskutabel finde ich es, wenn jemand auch nach einem halben Jahr nicht weiß, mit wem er es eigentlich zu tun hat.

Falls du Namensschilder verwenden möchtest, solltest du sie selber aus stabilem Karton anfertigen. Normales Schreibpapier fällt in sich zusammen und das oft unleserliche Gekrakel der Schüler nützt dir auch nichts. Achtung, es ist ein beliebter Schüler-Scherz, die Namensschilder zu vertauschen bzw. absichtlich falsch zu beschriften.

Ich photographiere gleich in der ersten Stunde jeweils drei Schüler, kopiere die Bilder auf meinen PC und gebe als Dateinamen Klasse, Schuljahr und die Namen ein. Auf diese Art kann ich normalerweise bereits in der zweiten Stunde alle Namen.

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Alternativ kannst du auch „Verbrecherfotos“ machen, auf denen die Schüler ein Namensschild in Brusthöhe halten. Das Anfertigen und Beschriften der Schilder dauert aber nach meiner Erfahrung wesentlich länger als das Umbenennen der Dateien (in IrfanView mit F2), außerdem finde ich meine Methode für das Lernen bzw. Wiederholen der Namen besser.

Wenn du den Kollegen, die in der selben Klasse unterrichten, eine Freude machen möchtest, gibst du ihnen deine „beschrifteten“ Dateien auf USB-Stick oder schickst sie ihnen per Mail.

Zusätzlich kannst du dein Namensgedächtnis mit Hilfe der sog. Mnemotech­nik trainieren. Mit ein bisschen Training kannst du dein Gedächtnis ganz erstaun­lich verbessern. Auf MemoryXL gibt es zahlreiche Tipps zum Gedächtnis­training.

Anspielung im Titel …

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  1. Wenn eh Klassenfotos gemacht werden und u.U. ins Netz gestellt sind, kann man diese ausdrucken und vom Klassenlehrer beschriften lassen. (Wegen Datenschutz bin ich dagegen sie im Netz mit den Namen in der richtigen Reihenfolge beschriften zu lassen, aber manche Schulen machen das (fragen allerdings vorher die Eltern; trotzdem: „Nein!“).)
    Vorjahresfotos sind dann eine kleine Herausforderung; bei neuen Lerngruppen im zweiten Halbjahr sind die Fotos frischer.
    Lustig bis in hohe Klassen kommts an, wenn ich die (meisten) Namen vor der ersten Stunde lerne, mir in der Stunde was vom Schüler zur Person erklären lasse, dann in „meine Kristallkugel“ schaue und eine scheinbare Verbindung zwischen dem Erzählten und den Buchstaben des Namens baue. :-P. Zeitintensiv, aber zeigt gleich zu Beginn, dass die Schüler mir wichtig sind und sorgt für gute Atmosphäre.

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