Jetzt hat man es end­lich mal geschafft recht­zei­tig fer­tig zu wer­den, die Haus­auf­ga­be ist auch schon gestellt, man hat sogar noch acht Minu­ten – und schon hat man das nächs­te Pro­blem: Was macht man jetzt? Jetzt schon Schluss machen ist schlecht, zwei bis drei Minu­ten ist okay, aber acht Minu­ten ist ver­schenkte Unter­richts­zeit. Jetzt noch ein ganz neu­es The­ma anfan­gen ist auch schlecht, denn es ist abzu­se­hen, dass man irgend­wo mit­ten­drin hängen­bleiben wird. Schon eini­ge Male habe ich erlebt, dass jetzt noch panisch eine Part­nerarbeit ange­setzt wur­de. Die Schü­ler brau­chen nur ein­mal auf die Uhr zu schau­en um zu erken­nen, dass dabei nichts mehr raus­kom­men kann und beschlie­ßen die Stun­de selbstän­dig zu be­enden.

Hier ein paar bewähr­te Vor­schlä­ge für die­se ver­bleibenden Minu­ten:

What did we actual­ly do today? Tafel zuklap­pen und Hef­te schlie­ßen bzw. Noti­zen weg­le­gen las­sen. Oft stellt sich dann her­aus, dass das eigent­li­che Kern­the­ma der Stun­de über­haupt nicht klar gewor­den ist, viel­leicht weil man z.B. von Schü­ler­fra­gen ver­lei­tet viel zu oft vom eigent­li­chen The­ma abge­kom­men ist. Alter­na­ti­ve: „If I wan­ted to exam some­bo­dy about today’s les­son which ques­ti­ons could I ask?“ zwingt Schü­ler dazu über die Inhal­te der Stun­de nach­zu­den­ken. Oder: „Ima­gi­ne you had to wri­te minu­tes (Pro­to­koll) of today’s les­son. What would you wri­te?“. Unter Umstän­den auch: „What do you think are we going to do next les­son?“ Schü­ler sol­len erken­nen, dass es sich um eine Unter­richts­rei­he han­delt, an deren Ende (hof­fent­lich) bestimm­te Ergeb­nis­se ste­hen.

Which new words did we learn today? Falls du eine Klapp­ta­fel hast und der Lek­ti­ons-Wort­schatz (wie bei mir) auf der rech­ten Tafel steht, klappst du sie ein­fach zu. Falls du die Tafel nicht klap­pen kannst, musst du die Wör­ter eben schnell weg­wi­schen. Neben der rei­nen Bedeu­tung ist es auch immer sinn­voll zu fra­gen: „In which con­text did we use this word?“. Wenn es in der Stun­de kei­nen oder nur wenig neu­en Wort­schatz gab, wie­der­ho­le ich den Wort­schatz der ver­gan­ge­nen Stun­den. Die­sen Zet­tel habe ich sowie­so immer dabei. Alter­na­tiv kannst du Wort­schatz aus dem Buch wie­der­ho­len.

If I won the lot­te­ry: Bedin­gungs­sät­ze kann man gar nicht oft genug wie­der­ho­len. Ich gebe ledig­lich den ver­ba­len Impuls „con­di­tio­nal sen­ten­ces“ und hal­te drei Fin­ger (für die drei types) in die Luft. Die Schü­ler sind auf die­sen Impuls hin kon­di­tio­niert und fan­gen jetzt (hof­fent­lich) an den jewei­li­gen Typus mit den rich­ti­gen Zei­ten, der kommu­nikativen Funk­ti­on und einem sinn­vol­len Bei­spiel­satz run­ter­zu­be­ten. Drei Fin­ger und „ing-form“ bezieht sich dann ana­log of die Unter­schie­de zwi­schen „pro­gres­si­ve form“, „gerund“ und „pre­sent par­ti­cip­le“, „back­shift“ ist das Stich­wort für „repor­ted speech“ usw. Alter­na­tiv Übungs­sät­ze zur gera­de aktu­el­len Gram­ma­tik oder zu all­ge­mei­nen Gram­ma­tik­pro­ble­men.

What’s in a sen­tence? Ein­fach irgend­wo das Buch auf­schla­gen las­sen, Sät­ze ana­ly­sie­ren las­sen und dabei gram­ma­ti­cal terms wie­der­ho­len las­sen. Wo sind Sub­jekt, Verb und Objekt? War­um wird hier die­se Zeit ver­wen­det? Set­ze die­sen Satz mal ins past per­fect. Wie war das noch­mal mit dem back­shift of ten­ses? usw.

Shall I com­pa­re thee: Muss­ten dei­ne Schü­ler irgend­wann mal etwas aus­wen­dig ler­nen? Falls ja, müs­sen sie es regel­mä­ßig wie­der­ho­len, sonst ist alles wie­der schnell ver­ges­sen. Am bes­ten auf einem eige­nen Zet­tel notie­ren, was die Schü­ler schon alles mal gelernt haben.

Pho­ne­tic Sym­ols: Irgend­ei­ne Sei­te hin­ten im Vokabelverzeich­nis auf­schla­gen las­sen und los geht’s: “Read only the pho­ne­tic sym­bols.” Beson­ders geeig­net sind Namen wie Hopi, Iraquois, Sioux und Coman­che. Da wird schnell deut­lich, ob ein Schü­ler die Laut­schrift beherrscht oder nur her­um­rät.

Descri­be the lay­out: Wenn ich mein Han­dout Lay­out (doc) und den dazuge­hörigen Word Pro­ces­sing (pdf) Wort­schatz behan­delt habe, bie­tet es sich immer mal wie­der an die­sen Wort­schatz anhand einer belie­bi­gen Sei­te im Buch zu üben. Alter­na­tiv geht das natür­lich auch mit der Tages­zeitung, einem Maga­zin usw.

Con­ver­sa­ti­on: Für den Fall, dass mir spon­tan kei­ne guten Fra­gen ein­fal­len, habe ich immer mein Han­dout (doc) in mei­nem Pult­ord­ner.

Ein inter­es­san­ter Auf­satz zu die­sem The­ma ist The Last 5 Minu­tes of Class.

Anspie­lung in der Über­schrift …