Da mir das wischi-waschi­ge „Passt schon“ bei der schrift­li­chen Media­ti­on bekannt­lich erheb­lich auf die Ner­ven geht, übe ich immer mal wie­der auch das gute, alte, mög­lichst genaue Dol­met­schen. 

Am liebs­ten neh­me ich dafür Inter­views wie z.B. die­ses hier (aus der SZ vom 25./26.6.16):

interview

Ein Schü­ler ist der Inter­view­er, ein zwei­ter gibt die Ant­wor­ten und ein drit­ter muss für ein Publi­kum, das kein Deutsch kann, sich ganz doll bemü­hen das Gesag­te ins Eng­li­sche zu über­tra­gen. Es geht satz­wei­se, dabei gilt „so wört­lich wie mög­lich, so frei wie nötig“, denn die Leu­te möch­ten schon GENAU wis­sen, was der Inter­view­te zu sagen hat.

So kann man (ähn­lich wie bei der Medi­ala­ti­on) z.B. „Er hat kei­ne Glat­ze“ zunächst mit His hair is real wie­der­ge­ben, dann aber ler­nen wir He isn’t bald / doesn’t have a bald head. In die­sem Zusam­men­hang kom­men natür­lich auch noch gleich to go (pre­ma­tu­re­ly) bald, to have one’s head shaved und der skin­head. Wo wir schon beim The­ma sind, könn­te jetzt noch bal­ding und bal­dy kom­men und ande­re Wör­ter mit denen wir Haa­re / Fri­su­ren beschrei­ben kön­nen. Wenn ich irgend­ein Wort nicht weiß, kom­men mei­ne MDAs (mobi­le dic­tion­a­ry assi­stants) zum Ein­satz.

Wie immer geht es aber auch um Gram­ma­tik und des­halb nut­zen wir „Wür­de er die Fri­sur ändern …“ für eine Kurz­wie­der­ho­lung der gelieb­ten con­di­tio­nal sen­ten­ces. 

In der nächs­ten Stun­de prü­fe ich dann (bei einer „Rechen­schafts­ab­la­ge“) natür­lich Wort­schatz zusam­men mit Inhalt und fra­ge also z.B. What role does his hair play?