Im Fol­gen­den zei­ge ich dir exem­pla­risch, wie du von ers­ten Noti­zen zur fer­ti­gen Ant­wort kommst. Als ers­tes soll­test du dir (noch­mal) mei­ne Tipps zur Arbeits­tech­nik bei Fra­gen zum Text anschau­en. Danach liest du die­sen lite­ra­ri­schen Abitur-Text (pdf) wie beschrie­ben zwei­mal sorg­fäl­tig durch. Beim zwei­ten Lesen musst du wahr­schein­lich (vor allem im zwei­ten Absatz) ziem­lich vie­le Wör­ter nach­schla­gen: „stab tho­se sounds“ (14), „poke […] racket“ (15–16), „her jit­te­ring […] gray room“ (16–17) usw. Du musst die­se Wör­ter aber unbe­dingt nach­schla­gen und ver­ste­hen, weil du dar­in ent­hal­te­nen Infor­ma­tio­nen (ver­packt in anspruchs­vol­le Meta­pho­rik!) bei der Fra­ge 1 „Cha­rac­te­ri­se Ree and exami­ne her sta­te of mind“ benö­tigst.

Wir beschäf­ti­gen uns im Fol­gen­den mit der Fra­ge 3: Show how the aut­hor makes use of nar­ra­ti­ve per­spec­tive as well as the descrip­ti­on of the land­s­cape and the wea­ther con­di­ti­ons in order to crea­te atmo­s­phe­re.

Als ers­tes also die Erzähl­per­spek­ti­ve. Dass es sich um einen third-per­son nar­ra­tor with a limi­ted point of view han­delt, musst du sel­ber erken­nen, da kann ich dir nicht hel­fen. Aber wie belegst / begrün­dest du dei­ne Behaup­tung? Bei die­ser Erzähl­per­spek­ti­ve bekommt der Leser immer einen inti­ma­te access to the character’s mind und das geht meis­tens mit repor­ted thought und / oder inte­rior mono­lo­gue. Ein schö­nes Bei­spiel für repor­ted thought fin­det sich in 55–56: „The boys and her and Mom would be dogs in the fields wit­hout the house.“ Repor­ted thought ist im Grund wie repor­ted speech, nur dass das ein­lei­ten­de She thought / ima­gi­ned … weg­ge­las­sen wird (vgl. She thought that they would be dogs …). Als wei­te­ren Beleg / Beweis kannst du Zei­le 13–18 neh­men. Da ist der Leser „in Ree’s Kopf“ und kann ihre Qua­len nach­emp­fin­den.

Als nächs­tes Land­schaft und Wet­ter. Zunächst ein­mal gehst du nur durch den Text mit dem Ziel alle Pas­sa­gen, die irgend­was mit Land­schaft zu tun haben zu notie­ren bzw. (je nach Tech­nik) farb­lich zu mar­kie­ren. Die Fra­ge ist also: WO steht irgend­was zu Land­schaft? Fün­dig wirst du in 19–24. Um das Wet­ter geht’s in 1–4, 12–13 und 21–22. Und wel­che Atmo­sphä­re wird erzeugt? Irgend­was in Rich­tung hopel­ess­ness, des­pair, lone­li­ness …

Wie geht’s jetzt wei­ter? Ich habe schon ein paar Schü­ler gehabt, die ledig­lich auf der Basis des bis­her Gefun­de­nen die fer­ti­ge Ant­wort geschrie­ben haben. Wenn du das kannst – kein Pro­blem. Wahr­schein­li­cher aber ist, dass du das nicht kannst und des­we­gen noch einen Zwi­schen­schritt ein­fü­gen soll­test. Nach dem „WO steht denn über­haupt was?“ geht es jetzt um „WAS steht denn da genau?“. Kon­kret bedeu­tet das, dass du dei­ne Ant­wort stich­wort­ar­tig vor­struk­tu­rierst. Dabei soll­test du dir auch gleich Gedan­ken dar­über machen, was du zitie­ren willst / musst und was du para­phra­sie­ren kannst (vgl. “using your own words as far as is appro­pria­te”). Dei­ne Noti­zen könn­ten fol­gen­der­ma­ßen aus­se­hen:

nar­ra­ti­ve per­spec­tive: third-per­son n. with limi­ted point of view: repor­ted th. (55–56) / 13–18 inti­ma­te access

land­s­cape: 19–23 remo­te / deso­la­te (trost­los, ein­sam): „val­ley see­med in twi­light“ = no colors, ever­ything is dead (?) / lifeless (cf. „gray room“ 17) [evtl. zu wea­ther wegen snow?] con­trast to neigh­bours „bur­ning lights squin­ted gol­den“ (20–21) per­so­ni­fi­ca­ti­on! warm, cosy but also „curtains par­ted, shapes moving“ (37) Ree feels wat­ched (?), uncom­for­ta­ble / only a pri­mi­ti­ve road leads to the house and ends the­re (23–24) / bus stops some­whe­re else (33–34) / neigh­bours far away („across the creek“ 20)

wea­ther: 1–4 aggres­si­ve, like an attack, „pelt“ = pras­seln, „stung“ pain, like need­les, „flung“ = schleu­dern / „Bits worked insi­de her neck­li­ne“ => snow actively tri­es to get insi­de her clo­thes  (?) / „mel­ted against her chest“ => dis­gus­ting fee­ling

atmo­s­phe­re: hopel­ess­ness, des­pair, deso­la­ti­on

Jetzt hast du es fast geschafft. Der letz­te Schritt ist das Aus­for­mu­lie­ren der fer­ti­gen Ant­wort. Hier eine Mus­terlö­sung, ach­te dabei beson­ders auf kor­rek­tes Bele­gen und Zitie­ren („Quo­te cor­rec­t­ly“):

The excerpt is told by a third-per­son nar­ra­tor with a limi­ted point of view. With the help of repor­ted thought (55–56) we sha­re her thoughts. The pas­sa­ge from ll. 13–18 pro­vi­des inti­ma­te access to Ree’s mind. We empa­thi­ze with her becau­se we see what tur­moil dai­ly life crea­tes in her mind and under­stand how she suf­fers from the con­stant „scree­ching“ noi­se in her head.

Ree lives in a remo­te and deso­la­te val­ley. The bus doesn’t stop in front of the house (33–34) and only a pri­mi­ti­ve road leads to the house and ends the­re (23–24). The neigh­bours live rather far away (20). Alt­hough their houses con­vey cosi­ness and warmth (19–21), Ree feels uncom­for­ta­ble, becau­se the neigh­bours seem to watch her (36–37).

The snow is descri­bed very aggres­si­ve, as if it deli­ber­ate­ly wan­ted to attack Ree. It „pelt[s]“ her face, she is „stung“ by it and it doesn’t just fall but is „flung from the sky“ (1–3). The snow even seems to actively try to get into her clo­thes and onto her skin to make her feel uncom­for­ta­ble (3–4). Alt­hough it is still morning the­re is a color- and lifeless „twi­light“ (19) becau­se of the snow (21–22).

Both the descrip­ton of the land­s­cape and the wea­ther con­di­ti­ons con­tri­bu­te to an over­all atmo­s­phe­re of hopel­ess­ness, des­pair and deso­la­ti­on.