Jochen Lüders

Englisch & Sport am Gymnasium ... und ein bisschen Tango

Reading Comprehension

Im Rah­men der gras­sie­ren­den Kom­pe­tenz­be­REI­Ni­gung wer­den unse­re tra­di­tio­nel­len „Ques­ti­ons on the text“ (eine scho­ckie­ren­de Mischung aus Lese- und Schreib­kom­pe­tenz) immer häu­fi­ger durch „rei­ne“ Lese­ver­ste­hen-Auf­ga­ben ersetzt.

Wie immer man zu die­ser Ent­wick­lung steht, für uns Leh­rer haben die­se Auf­ga­ben den gro­ßen Vor­teil, dass sie deut­lich schnel­ler zu kor­ri­gie­ren sind als die her­kömm­li­chen Fra­gen.

In Baden-Würt­tem­berg haben true – fal­se Auf­ga­ben im Abitur bereits die Fra­gen zum Text ersetzt. Gött­in­sei­dank müs­sen die Schü­ler wenigs­tens das true / fal­se mit einem Zitat und Zei­len­num­mern bele­gen. Die ent­spre­chen­den Anwei­sun­gen lau­ten:

instructions

An die­sen Vor­ga­ben ori­en­tie­re ich mich bei mei­nen Lese­ver­ste­hen-Auf­ga­ben. Mei­ne „inst­ruc­tions“ lau­ten:

Right or wrong? Wri­te down the num­ber, the ans­wer, the DECISIVE (ent­schei­dend) word(s) in “quo­ta­ti­ons marks” and the line number(s). Use eit­her only num­bers or l. / ll. Shor­ten lon­ger quo­tes with ellip­sis marks.

Mei­ne Schü­ler ler­nen, dass sie nur die ers­ten und letz­ten ZWEI Wör­ter eines Zitats hin­schrei­ben müs­sen.

Hier das ent­spre­chen­de Han­dout „Rea­ding Com­pre­hen­si­on“ (doc).

Das Gan­ze soll dann so aus­schau­en:

  1. wrong “very few […] few years.” (2) / (l. 2)
  2. right “Housing was […] two deca­des.” (15–16) / (ll. 15–16)

Für jedes Item gibt es 2 BE / Punk­te. Einen Punkt für das right / wrong und einen Punkt für das rich­ti­ge Zitat + Zei­len­num­mer. Wenn das Zitat rich­tig ist, aber die Zeilennummer(n) falsch, inter­pre­tie­re ich das als Flüch­tig­keits­feh­ler und gebe einen hal­ben Feh­ler (= zie­he einen hal­ben Punkt ab). Wenn die Zei­len­num­mer ganz fehlt, gebe ich einen gan­zen Feh­ler.

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The Power of Unterrichtsgespräch

  1. Andrea

    Ich – aus BW – bin übri­gens froh, dass die­se RC-Fra­gen weg sind. Ich fand das eine sinn­lo­se Quä­le­rei für Schü­ler und mich, die Ide­en aus dem Text zwar wie­der­zu­ge­ben, aber in eige­nen Wor­ten, die weder zu nah am Text (=geklaut) noch zu weit weg (=Inhalt falsch wie­der­ge­ge­ben) waren. Das RC-Abi­for­mat funk­tio­niert ganz gut und ist nicht zu leicht, vor allem weil es den ein­zi­gen Punkt für das Item nur dann gibt, wenn ein sinn­vol­ler Text­be­leg vor­han­den ist. So hal­te ich es in mei­nen Klau­su­ren auch bei die­ser Art von geschlos­se­ner Auf­ga­be.

    • > Ich fand das eine sinn­lo­se Quä­le­rei für Schü­ler und mich

      Tex­te zu ver­ste­hen, zu ana­ly­sie­ren und Fra­gen dazu zu beant­wor­ten ist für mich (neben dem Essay) DIE zen­tra­le Fähig­keit, die ein Ober­stu­fen­schü­ler beherr­schen soll­te, also alles ande­re als „sinn­los“. Dass die Kor­rek­tur oft eine „Quä­le­rei“ ist, stimmt aller­dings. 😉

      • Andrea

        Ich hät­te dif­fe­ren­zie­ren müs­sen: Mich haben vor allem die pri­mär repro­duk­ti­ven Fra­gen bei uns gestört. Etwas analysieren/herausarbeiten/zusammenfassen macht durch­aus Sinn.

      • Max

        Jochen schrieb „DIE zen­tra­le Fähig­keit, die ein Ober­stu­fen­schü­ler beherr­schen soll­te“

        Sehr rich­tig! Daß vie­le Stu­die­ren­de unter einer „elementare[n] Lese­schwä­che“ lei­den, schreibt Bernd Beu­scher, ein Pro­fes­sor, in die­sem Bei­trag in der F.A.Z.:

        http://goo.gl/JZBykO
        „Stu­di­en­an­fän­ger – lese­schwach und ver­ant­wor­tungs­scheu“

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